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Der Drache von Pölzig
Nach einer Sage von Eiselt Nr. 428

Der Drachenglauben ist auch heute noch nicht tot und nicht wenige sind auch heute noch von seinem Dasein überzeugt. Häufig will man ihn in einer feurigen Gestalt zur Feueresse ein- und ausfahren gesehen haben. Solchen Leuten geht es nach dem Volksglauben gut, doch manche möchten ihn um ihrer Seelen Heil gern los sein, sie können nämlich sonst nicht ruhig sterben. Schon lange wussten die Leute in Pölzig, dass sich in einem Gute der Drache aufhielt. Eines Sonntags nun - es ist schon sehr sehr lange her - ging ein Mann mit seiner Frau nachdem der Gottesdienst beendet war, aus der Kirche nach Hause. Wie sie nun an dem Hause vorüber kommen, wo es hieß sie hätten den Drachen, bleibt die Frau stehen und schaut verstohlen durch das Fenster in die Stube hinein. Und was sah sie dort? Die Hausfrau saß in einem Sessel und hatte etwas auf dem Schoße, dass einen langen Schwanz hatte und sich immer auf und nieder bog. Andere Kirchgänger blieben ebenfalls stehen, um neugierig durch das Fenster zu schauen. Auf einmal ruft es drinnen: "s`guckt, s´guckt". Dann gab es einen Knall und der Drache war verschwunden.